Das was ihr hier nachfolgend lest, ist bald nicht mehr ganz aktuell, denn ich bin im Begriff, wieder in den Schwarzwald zurückzukehren,  weil sich Brasilien in eine Richtung entwickelt, die für mich persönlich nicht mehr akzeptabel ist.  Dennoch will ich diese 13 Jahre auf keinen Fall vermissen, hier konnte ich Akkus aufladen, bekam einen neuen Bezug zur Kreativität und  vor allen Dingen einen “open mind”, auch durch die Reisen in die Nachbarländer von Brasil. Und das war oft nicht nur Segen, sondern  teilweise auch Fluch, denn ich bin wie ein Staubsauger, der alle interessanten Eindrücke aufsaugt und speichert. Und da ist halt ab und  zu in meinem Kopf die Festplatte überlastet. So und deshalb habe ich diesen Part mit “livin in Brasil” schon in die Vergangenheitsform umgeschrieben.  HALLO IHR DA DRÜBEN  ich bin woody woodnock, ein Wälder in Brasil,   oder anders herum, ein echter Schwarzwälder, der bei einem kleinen struppigen Bergvolk aufgewachsen ist und irgendwann die Nase  voll hatte vom Schneeschippen. Also hab ich mir die Welt mal angeguckt und bin in Brasilien hängengeblieben, wobei hängengeblieben  nicht ganz korrekt ist, denn ich habe die Frau wiedergetroffen, die ich mit 13 das erste Mal geküsst habe und die seit 20 Jahren in  Südamerika lebt. Und da das Leben einfach passiert, während man andere Dinge plant, haben wir 40 Jahre später geheiratet. Tja und  seither lebte ich die meiste Zeit in crazy Buzios, der wohl verrücktesten Halbinsel in Südamerika, ein paar Stunden von Rio entfernt und  das Pseudonym woody woodnock entstand, weil ich hier immer noch so genannt werde, wobei mich einige auch Einstein nennen,  vermutlich wegen meinen Haaren.  Was ich hier so gemacht habe? Na ja, man musste schon aufpassen, dass man nicht ganz von diesem easy living aufgesaugt wird und verlottert. Auf der anderen Seite  hatte man natürlich den Rücken frei, als früherer Workoholiker jetzt nur noch das zu machen, wozu man Lust hat, wobei das auch nicht  ganz richtig ist, denn der Alltag hier hatte auch so seine Tücken und im „Paradies“ gibt es eben auch Gesetze, Regeln und Vorschriften,  wo man ab und zu wirklich den ganzen Tag von einer zur anderen Behörde oder Institution rannte und Schlange stehen mußte wegen  irgend etwas Unsinnigem. Lust, zu tun, was Spass macht? Ich hatte früher den Waldpeter im Schwarzwald, der in Fachkreisen als grösste Bauerndisco Deutschland belächelt wurde, aber im  Gegensatz zu allen „normalen“ Läden in dieser Branche heute noch Kult ist. Damals war auch ein Tonstudio integriert und so etwas hatte ich mir hier auch wieder zugelegt. Eben nur moderner, digitaler und vor allen Dingen mobil. Damit entstanden Club- und Live-Mitschnitte  von Bands, deren Musiker dann im Gegenzug, zusammen mit mir meine eigenen Songs einspielten. Und der grosse Unterschied zu  Deutschland ist schon erstaunlich. Auch dike besten Musiker fragen bei solchen Gelegenheiten erst gar nicht nach Geld, der Spass steht  an erster Stelle und im Vordergrund, egal ob sie aus Brasil oder den Nachbarländern kommen. So sind an die 50 Songs  zusammengekommen, aus denen “aus Versehen” etwas entstand, das für Aussenstehende schon sehr abgefahren klingt und 2011 als  WÄLDERSHOW in der alten Heimat präsentiert wurde.  Des weiteren hatte sich etwas entwickelt, an das ich früher wirklich keinen Gedanken verschwendet habe. Ich schreibe – und da bietet  diese Halbinsel natürlich ideale Voraussetzungen. Ob auf der Terrasse, in der Hängematte oder irgendwo am Strand unter einem  lauschigen Sapé-Dach. Zu 90 % wird Kreativität im Freien „gelebt“ und meist nach dem Motto: Wenn man morgens grinsend aufwacht,  hat die Nacht wieder einmal traumhafte Zoten kreiert, die man tagsüber nur noch niederzuschreiben bzw. in eine Form zu bringen  braucht. ja- und so entstanden in der Regel „geistige Auftragsarbeiten“ oder eigene Ergüsse wie z.B. der Nonsens-Roman SPARGELTARZAN nach  einem Film-Script, das ich für Tom Gerhard geschrieben habe, als Film jedoch aus Kostengründen nicht realisiert werden konnte.  Erhältlich ist dieser Roman in allen deutsch-sprachigen Buchhandlungen und online-Shops wie amazon usw. Ab und zu versuchte ich auch, seriös zu bleiben und entwarf Konzepte und Ideen für Menschen, die keine haben oder unterstützte meine Frau administrativ, die versucht, Gringos und hier vor allen Dingen Neuankömmlingen bzw. Frischlingen zu helfen, damit sie nicht von  einem Fettnäpfchen ins andere treten und frustriert auf halber Strecke aufgeben bei dem Versuch, sich hier ein kleines Stück „Paradies“  zu sichern. Und hierbei können ihr natürlich nicht viele das Wasser reichen, denn sie spricht 6 Sprachen.  Und das Fazit dieser verrückten Zeit? Ich habe hier gelernt, das Leben nicht mehr so ernst zu nehmen und seither bin ich dem Sinn des Lebens wieder näher gekommen.  Danke Brasil - ich werde dich immer wieder mal besuchen....  und hier noch ein paar Informationen  CRAZY BUZIOS oder DAS LEBEN IST EIN IRRENHAUS UND HIER IST DIE ZENTRALE Es war einmal ein kleines Fischerdorf in dem zu einer Zeit, als es noch kerosinbetriebene  Kühlschränke, nur ein Telefon und 3 Pousaden gab, eine Königin aus Frankreich aus Versehen  Urlaub machte. Und die Einwohner dieses Dorfes waren von Königin BB so angetan, dass sie  sich entschlossen, aus ihr einen Mythos zu stilisieren, der nach und nach diese Halbinsel in  ihren Bann zog.   Man sammelte eifrig Relikte, schuf ein bronzenes Denkmal und versuchte, einen  entsprechenden Rahmen zu schaffen, in dem sie das Dorf der  Heimat der Königin entsprechend anpassten. Und so wurde aus  einem kleinen Fischerdorf das Saint-Tropez von Südamerika,  auch wenn sich das echte Saint Tropez hierüber am Kopf kratzt  und Königin Brigitte Bardot ihn schüttelt.   Aus 3 Pousaden, also Gästehäuser wurden über 500 Hotels und Pensionen und ein Bekannter, der hier  lange lebte und wieder zurück nach Europa ging, beschreibt es so: Buzios ist absolut unique in  Südamerika, hat die schönsten Strände, die besten Hotels und Restaurants, eine aussergewöhnliche  Gastronomie, einen exzellenten Service, zuvorkommende und freundliche Menschen, die schlechtesten  Strassen und die korrupteste Verwaltung. Hier funktioniert nichts und doch irgendwie alles, die Scheisse  läuft nach wie vor ins Meer, das Wasser wird immer noch  regelmässig knapp, Stromausfälle werden als Event betrachtet  und niemand weiss, was eigentlich 3000 Gemeindeangestellte  arbeiten, das sind immerhin 12 % der 25.000 Einwohner. Dazu kommt, dass mittlerweile immer  mehr sich dem lukrativen Spiel verschrieben haben, Gringos über den Tisch zu ziehen.  Und der Spruch - wenn du unbedingt Geld verlieren willst, dann mach Business in Buzios - hat  nach wie vor Gültigkeit. Ich kenne einige Europäer, die mit grossen Plänen hierherkamen und  frustriert und mit leeren Taschen wieder zurück in ihr Land der kalkulierbaren Möglichkeiten  gingen. Man muss einfach nur vorsichtig sein, eine gewisse Blauäugigkeit zu Hause lassen und  versuchen die Spreu vom Weizen zu trennen. Dann kann man das Leben hier geniessen. Denn hier ist man in den Subtropen, hat Sommer wie Winter Temperaturunterschiede zwischen  maximal 37 und minimal 20 Grad und so gut wie keine Jahreszeiten. Sehr gewöhnungsbedürftig  ist die extreme Luftfeuchtigkeit, da kanns schon mal passieren, daß schon beim Kaugummi  kauen der Schweiß aus allen Ritzen läuft. Entschädigt wird man dann durch die 23 Strände, die  unterschiedlicher nicht sein können oder man fährt in die Berge, das ist man in einer Stunde  auf 1.600 m Höhe, um sich etwas abzukühlen.  Ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist einiges Getier, wo Begegnungen nicht immer luschtig sind.  Schlangen gibts überall, die haben auch keine Hemmungen, in die Häuser zu kriechen, manche  sind extrem giftig wie die Korallschlange, andere sind auch mal so 1,60 m lang und liegen  plötzlich auf dem heimischen Esstisch. Aber die sieht man wenigstens im Gegensatz zu den  giftigen Spinnen allerorts. Aber witzigerweise haben die meisten Gringos hier nur einen Feind -  und das sind die Moskitos...  Unter Stories und Buzios von A-Z gab es auf der alten HP noch eine Sammlung von seriösen, witzigen und schrägen Informationen und  sollte einfach einen kleinen Einblick geben in das Leben hier in einer Ecke von Brasil, wo es meiner Meinung nach einfach ein bisschen  anders zugeht, als im Rest dieses riesigen Landes. Diese Infos fließen gerade in eine Multimediashow - ein tiefer Blick hinter die Kulissen von Brasil - und ist für 2014 als Vortragsreihe in  Deutschland geplant. Zu Buzios noch ein paar Links:  Buzios online   Buzios Turismo Wikipedia
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